DIE SCHWEIZER LANDESSPRACHEN ENTDECKEN

Zusätzlich zum interaktiven Angebot auf der Seite «Die Sprachen der Schweiz», das für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist, steht den Mitarbeitenden der Bundesverwaltung auf dieser Seite eine «Schatzsuche» zur Verfügung. Entdecken Sie die Landessprachen, lesen Sie Auszüge aus dem Buch 4 Fliegen mit einer Klappe und vertiefen Sie Ihre sprachlichen und kulturellen Kenntnisse auf lustige Art und Weise.

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SCHATZSUCHE: ERKUNDUNG DER HELVETISCHEN SCHÄTZE!

  1. Testen Sie Ihre Kenntnisse der vier Sprachregionen
  2. Lernen Sie Redewendungen in den vier Sprachen kennen und kombinieren Sie diese
  3. Experimentieren Sie mit Rätoromanisch
  4. Testen Sie sich ans Italienische heran oder verbessern Sie ihre Italienischkenntnisse
  5. Entdecken Sie typische Redewendungen aus der Romandie

DIE SPRACHEN DER SCHWEIZ

Regelmässig verwendete Landessprachen in der rätoromanischen Schweiz

Deutsch
97%
Schweizerdeutsch
89%
Rätoromanisch
77%
Italienisch
32%
Französisch
9%
Dialekte des Tessins und der Italienischbünden
2.4%

Regelmässig verwendete Landessprachen in der italienischen Schweiz

Italienisch
98%
Deutsch
34%
Dialekte des Tessins und der Italienischbünden
32%
Französisch
28%
Schweizerdeutsch n/a Rätoromanisch
12%

Regelmässig verwendete Landessprachen in der Romandie

Französisch
99%
Deutsch
19%
Italienisch
11%
Schweizerdeutsch n/a Rätoromanisch
6%

Regelmässig verwendete Landessprachen in der Deutschschweiz

Deutsch
97%
Schweizerdeutsch
87%
Französisch
20%
Italienisch
12%
Rätoromanisch
0.7%

DIE SCHWEIZ ZÄHLT MEHR ALS 8 MILLIONEN
Einwohnerinnen und Einwohner und setzt sich aus vier Sprachregionen zusammen: der deutschen (ca. 6 Mio. EinwohnerInnen¹), der französischen (ca. 2 Mio.¹), der italienischen (ca. 370’000¹) und der rätoromanischen Schweiz (ca. 60’000²). Seit 1848 sind Deutsch, Französisch und Italienisch sowohl offizielle Amtssprachen – d. h., sie werden von den Bundesbehörden verwendet – wie auch Landessprachen der Schweiz. 1938 wurde Rätoromanisch mit einer Volksabstimmung als vierte Landessprache anerkannt und seit 1999 hat sie für rätoromanischsprachige Personen im direkten Verkehr mit dem

1 Quelle: Bundesamt für Statistik, STATPOP 2018.
2 Quelle: Lia Rumantscha, Facts (digitale Version), 2015, S. 30.

ÜBER DIE SPRACHGRENZEN HINAUS
Schweizweit betrachtet, ist für 62 % der Bevölkerung Deutsch (und/oder
Schweizerdeutsch) die Hauptsprache, für 23 % ist es Französisch, für 8 % Italienisch und für 0,5 % Romanisch. Zusätzlich verwenden die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz regelmässig andere Landessprachen: 75 % der Bevölkerung benutzt mindestens einmal pro Woche Deutsch, 40 % Französisch und 16 % Italienisch.

Quellen: BFS – Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur 2014 (ESRK); Strukturerhebung 2018.

Die vier Sprachregionen

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Die rätoromanische Schweiz umfasst Regionen im Kanton Graubünden, wo sich in verschiedenen Talschaften im Lauf der Zeit fünf Idiome entwickelt haben: Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. Diese Idiome werden sowohl gesprochen als auch geschrieben, haben eine vierhundertjährige Literaturtradition, eigene Grammatiken und Wörterbücher und werden in der Schule sowie in den Medien verwendet. Sie entstanden aus der Verschmelzung der vorrömischen Sprachen mit dem Latein. Seit 1982 existiert die einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun, die zur Hauptsache auf dem Sursilvan, Surmiran und Vallader beruht. Der Bund (seit 1996) und der Kanton Graubünden (seit 1997) verwenden Rumantsch Grischun für den amtlichen Schriftverkehr.

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Die italienischsprachige Schweiz umfasst den Kanton Tessin (einziger ausschliesslich italienischsprachiger Kanton) und vier Täler des Kantons Graubünden, die auch Grigionitaliano oder Italienischbünden genannt werden: das Misox und das Calancatal, beide angrenzend an den Kanton Tessin, sowie die etwas weiter entfernten Täler Bergell und Puschlav. Bis 2015 gehörte auch die ehemalige Gemeinde Bivio zur italienischen Schweiz – heute ist sie Teil der offiziell zweisprachigen, deutsch-rätoromanischen Gemeinde Surses. In der Schweiz ist der italienischsprachige Raum, in dem auch verschiedene lombardische Dialekte gesprochen werden, ein sowohl politisch wie auch geografisch fragmentierter Raum. Die Bezeichnungen «italienischsprachige Schweiz» oder «italienische Schweiz» erlauben es, die italienischsprachigen Täler Graubündens mit einzuschliessen und die Sprachregion nicht nur auf den Kanton Tessin zu begrenzen.

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Zur französischsprachigen Schweiz (auch französische Schweiz, welsche Schweiz, Welschland, Westschweiz oder Romandie genannt) gehören die Kantone Genf, Neuenburg, Waadt und Jura (mit Ausnahme der deutschsprachigen Gemeinde Ederswiler) sowie ein Teil der Kantone Bern, Freiburg und Wallis. Bevor Französisch zur Sprache der Romandie wurde, wurden verschiedene frankoprovenzalische Dialekte gesprochen. Heute überlebt das «francoprovençal» in einzelnen «patois», die man in einigen Walliser oder Freiburger Dörfern wie zum Beispiel Évolène (VS) oder Charmey (FR) noch immer spricht. Im 19. Jh. war die Bezeichnung «Suisse française» geläufig. Sie zeugt vom Einfluss, den Frankreich ausübte, unter anderem auf kultureller Ebene. Während des ersten Weltkrieges wurde die Bezeichnung «Suisse romande» bevorzugt, um die Unabhängigkeit und Einheit des Landes zu unterstreichen.

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Die Deutschschweiz besteht aus 17 einsprachigen Kantonen (AG, AI, AR, BL, BS, GL, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH) sowie einem Teil der zweisprachigen Kantone BE, FR, VS und des dreisprachigen Kantons GR. Zudem gibt es in den Kantonen Jura und Tessin jeweils eine deutschsprachige Gemeinde (JU: Ederswiler; TI: Bosco Gurin). Auch wenn Deutsch eine der offiziellen Landessprachen in der Schweiz ist, wird im deutschsprachigen Teil hauptsächlich Schweizerdeutsch gesprochen. Unter diesem Sammelbegriff werden die verschiedenen regionalen Dialekte zusammengefasst, die vor allem in der gesprochenen Sprache und in informellen Situationen verwendet werden, aber z. B. auch in Liedern oder in der Literatur vertreten sind. Im formellen Kontext und in der Schriftsprache wird zumeist Hochdeutsch verwendet. Das in der Schweiz verwendete Hochdeutsch wird auch als «Schweizerhochdeutsch» bezeichnet.

AUFLISTUNG DER REDEWENDUNGEN

Wir stellen Ihnen hier exklusiv eine kategorisierte Liste mit den Redewendungen aus dem Buch 4 Fliegen mit einer Klappe zur Verfügung. Viel Vergnügen.

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Vulair rom e tom e mez Milan

Volere la botte piena e la moglie ubriaca

Vouloir le beurre et l’argent du beurre

De Föifer und s Weggli welle


Haver in quet sc’in cavagl

Avere la puzza sotto il naso

Ne pas se prendre pour la queue de la poire

Auf dem hohen Ross sitzen


Easser egn utschi vantirevel

Essere baciato dalla fortuna

Être né sous une bonne étoile

Ein Glückspilz sein


Quai nun es teis amulain

Non sono cavoli tuoi

C’est pas tes oignons

Das ist nicht dein Bier

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Tgei Sibiria!

Fa un freddo cane

Il fait un froid de canard

Es ist saukalt


Batter ils tachs

Tagliare la corda

Prendre ses jambes à son cou

Sich aus dem Staub machen


Haver da far il tgil plein

Avere tanta/troppa carne al fuoco

Avoir du pain sur la planche

Viel um die Ohren haben

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Esser inamuro scu ün giat

Essere innamorato cotto

Être fou amoureux

Bis über beide Ohren verliebt sein


Tgilgiunplaun

Alto come un soldo di cacio

Haut comme trois pommes

Dreikäsehoch


Bütscha la ritscha!

Merde !

In bocca al lupo!

Hals- und Beinbruch!

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Esser our d’clocca

A qualcuno manca una rotella

Il manque une case à quelqu’un

Nicht alle Tassen im Schrank haben


Esser tschocs sc’in lenn

Avere le fette di salame sugli occhi

Ne pas avoir les yeux en face des trous

Tomaten auf den Augen haben


In di ord l’jamna

Quando gli asini voleranno

Quand les poules auront des dents

Am Sankt-Nimmerleins-Tag


Manar vin in Vuclina

Portare acqua al mare

Porter de l’eau à la rivière

Holz in den Wald tragen


Pel nair da l’ungla

Per un soffio

À deux doigts

Um ein Haar

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Aveir mal igls tgavels

Faire l’école buissonnière

Marinare la scuola

Blaumachen


Schar a miez liug enzatgi

Tirare un bidone a qualcuno

Poser un lapin à quelqu’un

Jemanden versetzen


Dar se orgels per tschivlots

Darla a bere a qualcuno

Mener quelqu’un en bateau

Jemandem einen Bären aufbinden


Haver enzatgi sil muc

Avoir une dent contre quelqu’un

Avere il dente avvelenato contro qualcuno

Öpper uf dr Latte ha

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Paterlar senza fin e misericordia

Tenir la jambe à quelqu’un

Attaccare un bottone a qualcuno

Jemandem die Ohren vollblasen


Svidar igl gotter

Non avere peli sulla lingua

Ne pas avoir la langue dans sa poche

Kein Blatt vor den Mund nehmen


Gnir our culla pomma

Cracher le morceau

Sputare il rospo

Die Katze aus dem Sack lassen

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Schar siglir la chicra

Perdere le staffe

Péter les plombs

Es het öpperem dr Nuggi usegjagt


Far enzatgei per dominum clavella

Buttare qualcosa al vento

Faire quelque chose pour des prunes

Etwas für die Katz machen


Far neir las vantgaquatter ad ensatgi

Rompere le scatole a qualcuno

Casser les pieds à quelqu’un

Jemandem auf den Wecker gehen


Haver tochen las ureglias

Averne fin sopra i capelli

En avoir ras le bol

Die Nase voll haben

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Betg tgapeir Cristo

Non capire un’acca

Comprendre que dalle

Nur Bahnhof verstehen


Metter la scrotta sper la ruosna

Prendere un granchio

Se mettre le doigt dans l’oeil

Einen Bock schiessen


Easser tgutg sco l’aua da pizocels

Essere (stupidi come) una capra

Être bête comme ses pieds

Dumm wie Bohnenstroh sein


Cheu schai il tschanc el puoz

(E) qui casca l’asino

C’est là que le bât blesse

Da liegt der Hund begraben

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Esser ora sils curontin

Essere alla frutta

Être au bout du rouleau

Uf de Fälge sy


Quai nu vala üna pulenta choda

Non vale un fico secco

Ça ne vaut pas un clou

Das isch kän Rappe wärt


Far chalenders

Essere giù di corda

Avoir le cafard

Trübsal blasen


Betg en gargiat è cò

Non c’è un cane

Il n’y a pas un chat

Es ist kein Schwein da

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Far ün viadi e duos servezzans

Prendere due piccioni con una fava

Faire d’une pierre deux coups

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen


In duos e duos quatter

En moins de deux

In quattro e quattr’otto

In Null Komma nichts


Quai va sco da baiver aua

Fila liscio come l’olio

Ça va comme sur des roulettes

Es läuft wie am Schnürchen

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Intraduisible ?
Avoir des atomes crochus avec quelqu’un


Intraducibile?
Ciapà i ratt


Nuntranslatabel?
Marveglias cun siat ureglias!


Unübersetzbar?
Eine Fahne haben


Intraducibile?
Abbiamo fatto 30, facciamo 31


Intraduisible ?
Tomber dans les pommes


Nuntranslatabel?
Ster scu aint in l’öli


Intraducibile?
Fare alla romana


Unübersetzbar?
Eppis isch 08/15


Intraducibile?
Non vedere l’ora


Intraduisible ?
S’emmêler les pinceaux


Nuntranslatabel?
Volver igl clutger cugl pez angiou


Unübersetzbar?
Es Chrüz a d Tili mache


Intraduisible ?
Y a pas le feu au lac


Nuntranslatabel?
Crivlar l’ora


Unübersetzbar?
Im falschen Film sein

RÄTOROMANISCHE REDEWENDUNGEN

Entdecken Sie je eine typische Redewendung samt Illustration aus dem Buch 4 Fliegen mit einer Klappe in den fünf rätoromanischen Idiomen Puter, Sursilvan, Surmiran, Sutsilvan und Vallader.

© Ivan Art

Pel nair da l’ungla (Oberengadinisch)
wörtl. ‘für das Schwarze des Nagels’
Definition: Fast, beinahe

© Mathias Durisch

Crivlar l’ora (Surmeirisch)
wörtl. ‘Das Wetter durchsieben’
Definition: …beschreibt die Art, wie jemand müssig den Himmel nach Zeichen absucht, um das Wetter vorherzusagen.

© Pia Valär

In di ord l’jamna (Surselvisch)
wörtl. ‘Ein Tag ausserhalb der Woche’
Definition: niemals

© Wazem

Easser egn utschi vantirevel (Sutselvisch)
wörtl. ‘Ein glücklicher Vogel sein’
Definition: Glück oder Erfolg haben

© Kati Rickenbach

Quai nun es teis amulain (Unterengadinisch)
wörtl. ‘Das ist nicht dein Einmaleins’
Definition: Das ist nicht deine Angelegenheit

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