PERFEKTIONIEREN SIE IHRE KENNTNISSE DER VIER LANDESSPRACHEN!

Diese Website soll eine Entdeckungsplattform sein und Ihnen Inhalte zur Verfügung stellen, die in Ergänzung zum Buch 4 Fliegen mit einer Klappe erstellt worden sind und Ihnen die Möglichkeit bieten, auf originelle, spielerische und interaktive Weise mit den verschiedenen Landessprachen der Schweiz in Kontakt zu treten. Ist Ihre Aussprache der fünf rätoromanischen Idiome noch nicht ganz perfekt? Ist eine der aufgeführten Redewendungen noch nicht Teil Ihres Sprachgebrauchs? Dann ist es höchste Zeit, einen Blick auf diese Seite zu werfen.

SPRECHEN SIE RÄTOROMANISCH?

Bestimmt kennen Sie schon die Antwort: «Natürlich nicht!» Denn Rätoromanisch umfasst ganze fünf Idiome: Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. 1982 wurde ausserdem das Rumantsch Grischun erschaffen, eine Sprache, die auf die Idiome Puter, Vallader und Surmiran basiert, und die unter anderem zur Verständigung zwischen dem Bund und den rätoromanischsprachigen Personen dient. Auf dieser Seite finden Sie ein paar der Redewendungen aus dem Buch, die von Mitarbeitenden der Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) aufgenommen wurden. Viel Spass beim Versuch, die Redewendungen in den verschiedenen Idiomen auszusprechen!

Ein grosses Dankeschön an: Erwin Ardüser, Claudio De Pedrini, Sergio Guetg, Casper Nicca, Jachen Prevost

Batter ils tachs
wörtl. ‘Die Absätze zusammenschlagen’
Definition: Sich rasch entfernen

Esser inamuro scu ün giat
wörtl. ‘Essere innamorato come un gatto’
Definition: Sehr verliebt sein

Gnir our culla pomma
wörtl. ‘Mit den Beeren rauskommen’
Definition: Bisher Verheimlichtes offenlegen

In duos e duos quatter
wörtl. ‘in zwei und zwei vier’
Definition: sehr schnell

Pel nair da l’ungla
wörtl. ‘für das Schwarze des Nagels’
Definition: Fast, beinahe

Ster scu aint in l’öli
wörtl. ‘Wie im Öl sein’
Definition: …bezeichnet das Glück von jemandem, dem es körperlich, geistig und finanziell gut geht.

Betg en gargiat è cò
wörtl. ‘Keine Kehle ist hier’
Definition: Es ist niemand da

Crivlar l’ora
wörtl. ‘Das Wetter durchsieben’
Definition: …beschreibt die Art, wie jemand müssig den Himmel nach Zeichen absucht, um das Wetter vorherzusagen.

Dar se orgels per tschivlots
wörtl. ‘Behaupten, Orgeln seien Weidepfeifen’
Definition: Jemandem etwas unwahres glaubhaft machen

Svidar igl gotter
wörtl. ‘Den Kropf leeren’
Definition: Offen seine Meinung sagen

Cheu schai il tschanc el puoz
wörtl. ‘Hier liegt der Widder im Tümpel’
Definition: Das ist der kritische Punkt

Esser ora sils curontin
wörtl. ‘Auf die Einundvierzig aus sein’
Definition: Am Ende seiner Kräfte, erschöpft sein

Esser tschocs sc’in lenn
wörtl. ‘Blind wie ein Stück Holz sein’
Definition: Etwas offensichtliches nicht sehen oder nicht bemerken

Far enzatgei per dominum clavella
wörtl. ‘Etwas für Herrgott Holznagel machen’
Definition: Etwas vergeblich machen

Haver da far il tgil plein
wörtl. ‘Den Hintern voll zu tun haben’
Definition: Sehr viel zu tun haben

Haver enzatgi sil muc
wörtl. ‘Jemanden auf der Mücke haben’
Definition: Auf jemanden schlecht zu sprechen sein

Haver in quet sc’in cavagl
wörtl. ‘Den Hochmut eines Pferdes haben’
Definition: Eingebildet, überheblich sein

Haver tochen las ureglias
wörtl. ‘Es bis zu den Ohren haben’
Definition: Etwas komplett leid sein

In di ord l’jamna
wörtl. ‘Ein Tag ausserhalb der Woche’
Definition: niemals

Marveglias cun siat ureglias!
wörtl. ‘Neugier mit sieben Ohren!’
Definition: …antwortet man einer Person, die zu neugierig ist.

Metter la scrotta sper la ruosna
wörtl. ‘Den Flicken neben das Loch setzen’
Definition: Einen Fehler machen

Paterlar senza fin e misericordia
wörtl. ‘Ohne Ende und Erbarmen reden’
Definition: Unablässig auf jemanden einreden

Schar a miez liug enzatgi
wörtl. ‘Jemanden mitten im Ort lassen’
Definition: Eine Verabredung nicht einhalten

Schar siglir la chicra
wörtl. ‘den Hochmut springen lassen’
Definition: Jemand hat plötzlich die Beherrschung verloren

Tgilgiunplaun
wörtl. ‘Hintern-auf-dem-Boden’
Definition: Von kleiner Statur (für Kinder und Erwachsene)

Tgei Sibiria!
wörtl. ‘Welch Sibirien!’
Definition: Es ist sehr kalt

Aver mal igls tgavels
wörtl. ‘Haarweh haben’
Definition: Absichtlich nicht zur Schule oder Arbeit gehen

Easser egn utschi vantirevel
wörtl. ‘Ein glücklicher Vogel sein’
Definition: Glück oder Erfolg haben

Easser tgutg sco l’aua da pizocels
wörtl. ‘dumm wie Pizokelwasser sein’
Definition: sehr dumm sein

Volver igl clutger cugl pez angiou
wörtl. ‘Den Kirchturm mit der Spitze nach unten drehen’
Definition: …bezeichnet eine Person die
behauptet, alles revolutionieren oder eine
Situation vollkommen verändern zu wollen – manchmal, ohne die nötigen Mittel dafür zu haben.

Bütscha la ritscha!
wörtl. ‘Küss die Wassernymphe!’
Definition: Viel Glück (beim Fischen)

Esser our d’clocca
wörtl. ‘Aus der Flasche sein’
Definition: Nicht bei Verstand oder verrückt sein

Far ün viadi e duos servezzans
wörtl. ‘Eine Reise und zwei Dienste erledigen’
Definition: Mehrere Resultate mit einer Aktion erreichen

Manar vin in Vuclina
wörtl. ‘Wein ins Veltlin tragen’
Definition: Etwas völlig sinn- und nutzloses tun

Quai nun es teis amulain
wörtl. ‘Das ist nicht dein Einmaleins’
Definition: Das ist nicht deine Angelegenheit

Vulair rom e tom e mez Milan
wörtl. ‘Rom, tom und halb Mailand wollen’
Definition: Alles haben wollen, ohne auf etwas zu verzichten

Far chalenders
wörtl. ‘Kalender machen’
Definition: Niedergeschlagen sein und seinem Kummer nachhängen

Quai va sco da baiver aua
wörtl. ‘Das geht wie wassertrinken’
Definition: Es läuft oder funktioniert reibungslos

REDEWENDUNGEN AUS DEM GRIGIONITALIANO

Nicht jeder weiss, dass zur italienischen Schweiz auch vier Täler im Kanton Graubünden gehören, nämlich das Calancatal, das Misox, Bergell und Puschlav, die zusammen auch als Grigionitaliano bezeichnet werden.
Wir präsentieren Ihnen hier wahre Sprachperlen, und zwar typische Sprichwörtern in den Dialekten aus dieser Region.

Kennen Sie noch andere Sprichwörtern oder Redewendungen, die für das Grigionitaliano typisch sind? Dann schicken Sie uns doch eine E-Mail an: info@pgi.ch

TU VOIS COMMENT ?

Wie reden die Menschen in der Romandie eigentlich? Wussten Sie, dass es Redewendungen gibt, die nur in der französischen Schweiz verwendet werden? Im Buch 4 Fliegen mit einer Klappe erfahren Sie, dass z. B. die Redewendungen Ne pas se prendre pour la queue de la poire (eingebildet, überheblich sein) und Y a pas l’feu au lac (es eilt nicht, es besteht keine Dringlichkeit) Westschweizer Unikate sind (hier klicken um diese Texte, Auszüge vom Buch, zu lesen). Für die Website viersprachig.ch hat die Neuenburger Linguistin Marine Borel sechs typische Westschweizer Redewendungen zusammengestellt sowie – als Gruss aus ihrer Heimat – zwei Redewendungen, die auf der französischen Seite zu finden sind, die nur im Kanton Neuenburg verwendet werden. Kennen Sie diese? Auf jeden Fall haben Sie jetzt keine Ausrede mehr, die Redewendungen nicht zu kennen!

‘Den Teufel an die Wand malen’


Definition: Sich den Ausgang einer Situation auf (zu) negative Weise vorstellen, eine Situation schwarzmalen.
Beispiel: « Cessons de peindre le diable sur la muraille ! La situation n’est pas aussi dramatique que certains politiciens le prétendent. »
«Hören wir auf, den Teufel an die Wand zu malen. Die Situation ist gar nicht so dramatisch, wie manche Politiker behaupten.»


Wussten Sie schon? Diese Redewendung wurde direkt aus dem Deutschen übernommen (Den Teufel an die Wand malen). Sie wird allerdings nur in der Westschweiz, nicht aber in Frankreich verwendet.  

‘Auf Solothurn sein’


Definition: Betrunken sein.
Beispiel: « Quand il est arrivé à Travers, il était déjà complètement sur Soleure. »
«Als er in Travers ankam, war komplett auf Solothurn.»


Wussten Sie schon? Früher sagte man avoir chargé pour Soleure (‘Für Solothurn geladen haben’). Entstanden ist die Redewendung aufgrund der Weinfässer, die man mit dem Schiff nach Solothurn brachte – und von denen die Matrosen sich den ein oder anderen Schluck auf der Reise genehmigten.

‘Den Puck nicht berühren’


Definition: Nicht verstehen, nicht folgen können (einer Diskussion, Erklärungen etc.).
Beispiel: « J’ai eu beau me concentrer, je n’ai pas touché le puck de toute la leçon. »
«Es ist mir schwergefallen, mich zu konzentrieren. Ich habe die ganze Stunde lang nicht den Puck berührt.»


Wussten Sie schon? In der Romandie verwendet man auch die Redewendung avoir reçu le puck (‘Den Puck bekommen haben’), wenn man den Kopf nicht beisammenhat. Der Puck für das Hockeyspiel wird übrigens in der Romandie «puck» genannt, in Frankreich «palet» und in Quebec «rondelle».

‘Die Faust in der Tasche machen’


Definition: Aushalten, ertragen (z. B. eine schwierige Situation oder den harschen Umgang von jemandem) ohne sich zu beklagen oder Rache zu üben.
Beispiel: « Pendant des années, j’ai fait le poing dans ma poche ; mais maintenant, j’en ai assez, je vais lui dire ma façon de penser ! »
«Jahrelang habe ich die Faust in der Tasche gemacht. Aber jetzt habe ich genug, ich sage ihm, was ich denke.»


Wussten Sie schon? Auch in der Lothringen gibt es die Redewendung faire le poing dans sa poche, dort wird sie aber verwendet, wenn man jemanden heimlich bedroht. In der Westschweiz wurde die Redewendung direkt aus dem Deutschen übernommen und wird in der Art auf Französisch nur in der Romandie verwendet.

‘Im Joghurt Velo fahren’


Definition: Keine Fortschritte machen, stehen bleiben, auf Schwierigkeiten stossen, die ein Weiterkommen verhindern (z. B. bei der Umsetzung eines Projekts).
Beispiel: « Je dois rendre mon travail de fin d’études d’ici la fin du mois, mais je n’arrive à rien, je pédale dans le yogourt. »
«Ich muss meine Abschlussarbeit Ende Monat abgeben, aber ich komme nicht voran, ich fahre im Joghurt Velo»


Wussten Sie schon? In Frankreich fährt man eher im Sauerkraut Velo (pédaler dans la choucroute) oder im Gries (pédaler dans la semoule).

‘Jemandem die Daumen halten’


Definition: Jemanden moralisch unterstützen, bei jemandem sein, jemandem für etwas Glück wünschen.
Beispiel: « Merde pour ton examen ! Je te tiens les pouces ! »
«Viel Glück für deine Prüfung. Ich halte dir die
Daumen!»


Wussten Sie schon? Diese Redewendung wurde direkt aus dem Deutschen übernommen, wo man die Daumen «drückt» oder «hält». In Frankreich sagt man eher croiser les doigts pour qqn (‘Die Finger für jdn. kreuzen’)

WER ERKENNT DIE SCHWEIZERDEUTSCHEN DIALEKTE?

Na gut, Sie können vielleicht sowohl perfekt Französisch als auch alle schweizerdeutschen Dialekte, aber Sie müssen zugeben, dass es für den Durchschnittsmenschen nicht ganz einfach ist, einen schweizerdeutschen Dialekt von einem anderen zu unterscheiden. Wer sich zwischen dem Basler- und Lozärnerdütsch oder dem Wallisertitsch verliert, der findet hier Hilfe! Werfen Sie einen Blick auf die folgende Liste, entdecken Sie die Unterschiede und wählen Sie Ihren Lieblingsdialekt.

Es het öpperem de Nuggi usegjagt Robi/ZH
Äs hät äperum der Nuggi üsagjagt Daniela/VS
Aus hätts öpperem dr nuggi usegjaggt Patrick/ BE
Äs häts öppertem de Nuggi usegjagt Luisa/ SG
Iez hauz mer denn de Noggi use Manuela, Ennetbaden/ AG
Mier (oder imm oder ire) heds der nuggi usegjagt Martina, Davos/ GR
Als öb’s öpperem dr Nuggi usagjagt hätti Ladina/GR
Uf dä Fälgä si, wiär sägä ehner: ufum Nuggi si Daniela/VS
Uf dä Fälge sii Martina, Davos/GR
Uf de Fäuge sii Murielle/BE-FR
Uf dä fäuge si Patrick/BE
Uf de Felge sy Tabea/BS
Uf dä Fälge si Luisa/SG
Uf de Felge si Robi/ZH
Der Füfär und z‘Wäggli Daniela/VS
Der Fiifer und z’Wäggli Stefan/VS
SFüfi und sWeggli wöue Patrick/ BE
Dr Baze und s Weggli welle Tabea/BS
Dä Füfer und s Weggli wölle Luisa /SG
De Foifer und s’Weggli welle Robi/ZH
S Foifi und s Weggli welle Hildegard, Bärschwil/ SO
S Foifi ond s Weggli welle Manuela, Ennetbaden/ AG
Z Füfi u z Weggli wöue Murielle/BE-FR
Dr Füüfer und s Weggli wele Martina, Davos/GR
Z Füfi u z Weggli wöue Hans Peter, Münsingen/BE
Dr Füfer und ds Weggli wella Ladina/GR
Das isch kei rotä Rappu wärt Daniela/VS
Das isch ke rappä wärt Patrick/ BE
Das isch kei Rappe wärt Tabea/BS
Das isch kein Rappe/Rappä wert Luisa/SG
Das isch kein Rappe wert Robi/ZH
Das esch ken Rappe wärt Manuela, Ennetbaden/AG
Das ischt kein rappe wärt Martina, Davos/GR
Das isch kai Rappa wärt Ladina/GR
Äs Chriiz ins Chämi machu (Dilli weri Wälbi, aber wiär machä z‘Chriiz ins Chämi) Daniela/VS
Es Chrüz ad Dili machä Patrick/BE
E Krüz an d Decki mache Tabea/BS
Äs Chrüz ad’Decki mache/machä Luisa/SG
Es Chrüz a d’Decki mache Robi/ZH
Es Chrüz ad d Deggi mache Hildegard, Bärschwil/SO
Es Chrüüz ad Tecki mache Manuela, Ennetbaden/AG
Es Chrüz ad Tili mache Hans Peter, Münsingen/BE
Es Chrüz an d Decki macha Ladina/GR
Äpper uf der Lattu ha Daniela/VS
Öpper ufdr lattä ha Patrick/BE
kenni nid! …aber würd uf Baseldütsch wohl glich töne Tabea/BS
Öppert uf dä Latte/Lattä ha Luisa/SG
Öpper uf de Latte ha Robi/ZH
Öpper of de Latte ha (kenni garned, wäiss ned wieni “Latte” säge) Manuela, Ennetbaden/AG
Öper ufde Latte ha Murielle/BE-FR

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